Samstag, 25. Juni 2022

von 10 - 17:00 Uhr in der Kaminhalle des Fachwerkhauses

Tages-Workshop

Kriegskinder und Kriegsenkel

Rita Linnenbank (Psychologische Psychotherapeutin / Traumatherapie) 
Monika Schmelter (Dipl. Theologin mit Therapeutischer Zusatzausbildung)

Ein Angebot für Menschen, die sich mit dem Thema „Kriegskinder/Kriegsenkel" einen Tag persönlich/biographisch beschäftigen und auseinandersetzen möchten.

Teilnehmergebühr inkl. Imbiss: 75 € pro Person


Durch die Spiegelbestseller- Bücher von Sabine Bode „Die vergessene Generation" und "Kriegsenkel" sind das Leid und die Not der Menschen, die während der NS-Zeit Kinder waren (Geburtsjahrgänge 1929-1946) sowie die Auswirkungen auf deren Kinder (die Generation der heute ca. 40-65-Jährigen) in den Fokus der gesellschaftlichen Debatte gerückt.

(Siehe auch den Vortrag von Frau Bode am 8.Mai in der Akademie Gegenwart in Walstedde)

Die Forschung geht heute davon aus, dass ca. zwei Drittel der Kriegskinder mehr oder weniger an den unverarbeiteten Folgen traumatischer Erlebnisse ihrer Kindheit leiden (Bombenangriffe, Zerstörung, Tod naher Angehöriger, Flucht/Vertreibung, Vergewaltigung, Hunger, Krankheiten, Kälte, Kinderlandverschickungen u.a.m.). Viele haben auch unter den Folgen der Nationalsozialistischen Erziehung ("Schwarze Pädagogik") gelitten. Da sie mittlerweile hochbetagt sind und früher verdrängte Erinnerungen altersbedingt wieder bewusst werden, hat dies aktuelle Auswirkungen in den Familienbeziehungen und in der Pflege.

Ebenso ist heute nachgewiesen, dass nicht aufgearbeitete Traumatisierungen an die nächste Generation – also an die sogenannten „Kriegsenkel" – unbewusst und unabsichtlich weitergegeben werden (transgenerationale Weitergabe von Traumata).

So hat auch die Generation der heute ca. 40-65 Jährigen, ohne die Traumata selbst erlebt zu haben, mit den Folgen des Zweiten Weltkriegs zu kämpfen.

Da fast jede deutsche Familie direkt betroffen ist, ist es nicht nur ein Thema von gesellschaftlicher und politischer Relevanz, sondern nicht zuletzt ein biographisch-persönliches. Denn alles, was nicht reflektiert und in die eigene Persönlichkeit integriert werden kann, wird gegebenenfalls an die wiederum nachfolgende Generation weitergegeben.

Durch die unverarbeiteten Kriegserlebnisse der Kriegskinder treten in der Generation der „Kriegsenkel" vermehrt Themen zutage wie

  • Überverantwortlichkeit
  • Mangelndes Gefühl von Geborgenheit
  • Gefühle von Heimatlosigkeit
  • Bindungsängste
  • Verdeckte Schuldgefühle
  • Funktionieren-Müssen
  • Schlafstörungen
  • Innere Unruhe
  • Mangelnder Zugang zu den eigenen Gefühlen
  • Innere Blockaden
  • Diffuse Ängste
  • Schmerzen
  • Psychische Erkrankungen u.a.m.,

die mit den Erfahrungen der Eltern in Zusammenhang gebracht werden sollten. Dies nicht nur, um gegebenenfalls spät Versöhnliches zu ermöglichen, sondern auch um die eigenen Ressourcen, die daraus erwachsen, zu entdecken und zu stärken.

In diesem Workshop geht es in einem geschützten Rahmen um folgende Schwerpunkte:

Informationen zum Thema
Austausch zur eigenen Biografie

(Teilnehmerbegrenzung: ca. 12 Teilnehmer*innen)

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