Mittwoch, 18. Mai 2022

von 10.00-16.30 Uhr im Hotel „Leib & Seele“ des Hauses Walstedde

Tagesworkshop

Akzeptanz-und Commitment-Therapie (ACT)

Akzeptanz-und Commitment-Therapie (ACT)

ACT gehört zur dritten Welle der Verhaltenstherapie. Sie entstammt einer Familie von Therapieformen (wie z.B. auch FAP Functional Analytic Psychotherapy und CFT Compassion Focussed Therapy), die auf der Kontextuellen Verhaltenswissenschaft (englisch CBS Contextual Behavior Science) beruhen, der Philosophie des Funktionalen Kontexualismus folgen und Anwendungsformen der Bezugsrahmentheorie (engl. RFT Relational Frame Theory) darstellen. Sie folgt damit einer Tradition, die aus dem Radikalen Behaviorismus nach Skinner entwachsen ist. Dabei ist vor allem auch der Umstand bemerkenswert, dass das Ziel der Verhaltensanalyse nicht nur das Vorhersagen und Beeinflussen des beobachtbaren Verhaltens ist, sondern auch des sogenannten privaten Verhaltens, was die Sphäre von Gedanken, Gefühlen, Empfindungen und Bedürfnissen umfasst. In der ACT gibt es verschiedene Modelle, die das therapeutische Arbeiten strukturieren. Am bekanntesten ist das sogenannte Hexaflex, das auch im Workshop schwerpunktmäßig eingeführt wird. (Daneben gibt es z.B. noch die ACT Matrix und das WER-T Modell, die aber nur grob besprochen werden).

Die Therapiearbeit mit dem Hexaflex ermöglicht den Patient*innen eine flexiblere Sichtweise auf eigene Verhaltensweisen (sowohl des beobachtbaren als auch des privaten Verhaltens). Damit werden Fähigkeit eingeübt, in schwierigen oder problematischen Situationen innere Zustände achtsam zu bemerken (in der RFT nennen wir das „to observe"), sie zu benennen („to describe") und Handlungen immer wieder darauf abzuprüfen, ob sie funktional im Sinne ihrer Werte und übergeordneten Absichten sind („tracking"). Zunehmend entwickelt sich daraus eine flexiblere Haltung, die die Fixierung auf unangenehme innere Zustände auflöst, das eigene Handeln mehr an eigenen Werten orientiert und dem eigenen Leben mehr Sinn gibt.

Methoden:
Es wird eine Einführung in die Bezugsrahmentheorie geben, wie sie der ACT zugrunde liegt, und Grundkonzepte der ACT werden erläutert und praktisch eingeführt (vor allem das Modell des sogenannten Hexaflexs). Der Workshop strukturiert sich dann mit einem Wechsel aus kurzen theoretischen Einführungen, Übungen zur Selbsterfahrung und Kleingruppenarbeit (am „Patienten"). Dabei werden die Prozesse des Hexaflex-Modells einzeln eingeführt. Der Fokus liegt von Anfang an auf der Anwendung in der Therapie. Dabei entsteht ein Wechsel aus Modellerklärungen, Vertiefungen der zugrunde liegenden wissenschaftlichen Theorie, Demonstrationen in Real Play oder Rollenspiel, Übungen in Kleingruppen, Austausch und Debriefing in der Großgruppe und Multiperspektivarbeit (im Mittelpunkt ein Rollenspiel oder Real Play, in dem alle 6 Kernprozesse dargestellt und ausgespielt werden). Weiterhin kommen kurze Videos und einfache Materialien wie WER-T Karten, Bodenanker sowie Hilfsmittel, die unmittelbare körperliche Erfahrungen ermöglichen, zur Anwendung. Raum für Fragen, Diskussionen und praktische Anliegen ist gegeben. 

Ziele:
Die Teilnehmer*innen sollen:

  • Grundlagen der ACT und der Bezugsrahmentheorie nutzen können,
  • das Hexaflex Modell verstehen,
  • die Flexibilität und Prozessorientierung dieses Ansatzes erleben,
  • Erfahrungen in der Therapie nach dem Hexaflex Modell sammeln,
  • befähigt werden, damit in ihren eigenen Therapien zu arbeiten.

Referentin:
Dr. Marie Christine Dekoj
Psychologische Psychotherapeutin (VT, ACT)
Fachkunde Kinder-und Jugendlichenpsychotherapie
Therapie, Supervision/IFT, Training
www.psychotherapie-bahnhoefle.de 
www.im-act-raum.de 

Literatur:
Hayes, S.: In Abstand zur inneren Wortmaschine: Ein Selbsthilfe- und Therapiebegleitbuch auf der Grundlage der Akzeptanz- und Commitmentherapie 
Hayes, S., Strosahl, K.: Akzeptanz- und Commitment Therapie: Ein erlebnisorientierter Ansatz zur Verhaltensänderung
Polk, K.L., Schoendorrf, B., Webster, M., Olaz, F.: Praxishandbuch ACT-Matrix.
Neff, K., Germer, C.: Selbstmitgefühl – Das Übungsbuch: Ein bewährter Weg zu Selbstakzeptanz, innerer Stärke und Freundschaft mit sich selbst.

Im Einführungskurs können insgesamt 20 Teilnehmer*innen teilnehmen. Die Vergabe erfolgt nach dem Eingang der Anmeldungen.

powered by webEdition CMS