Vortrag am 14.08.2022

Scham – die tabuisierte Emotion

Scham – die tabuisierte Emotion, mit diesem Thema fand am Sonntag, 14.8.2022 ein Vortrag des Sozialwissenschaftlers Dr. Stephan Marks im Hotel „Leib und Seele" in Walstedde statt. Herr Marks hat seine Forschungen zum Thema „Scham" und „Würde" in mehreren Büchern zum Thema veröffentlicht.

Nach Begrüßung durch Prof. Dr. Josef Weglage wurde die Veranstaltung stimmungsvoll eingeleitet mit einer Präsentation am Klavier durch Simon Wiesrecker.

Eine Metapher von Salman Rushdie aufgreifend zeigte Herr Marks anschaulich durch mehr oder weniger gefüllte Becher: Wenn zu viel Scham da ist, fließt der Becher über.... Anknüpfend an dieses Bild, wird zwischen einem gesunden Maß und einem Zuviel an Scham unterschieden – einerseits normale „gesunde" Scham als Entwicklungsanstoß und als „Wächterin der menschlichen Würde" (Leon Wurmser) und andererseits „pathologische Scham", die sich durch Zuviel an Missachtung, durch Kränkung und durch Ausgrenzungserfahrungen ansammelt.


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Vortrag am 08.05.2022

„Kriegskinder und Kriegsenkel"

Von Angelika Knöpker, Ahlen

Walstedde. Was macht ein Pianist in Corona-Zeiten? „Er entdeckt die Liebe zum Komponieren", gab Simon Wiesrecker am Sonntagabend die Antwort. Das Ergebnis konnte sich hören lassen: Mit „Träumerei vom Orient", „Nachtspaziergang" und „Intermezzo" beeindruckte er die mehr als 70 Teilnehmer, die auf Einladung der Akademie Gegenwart am Gesundheitszentrum Haus Walstedde zu einer Vortragsveranstaltung gekommen waren.

Sabine Bode, Redakteurin und Buchautorin aus Köln, referierte zum Thema „Kriegskinder und Kriegsenkel". Viele Jahre hatte die Journalistin in Interviews 300 Betroffene zu ihren Erfahrungen befragt.


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Alt-Bundespräsident Joachim Gauck zu Gast in Walstedde am 27.03.2022

Mit Respekt und Würde

Walstedde - Es war ein höchst aktuelles Thema, zu dem die Akademie Gegenwart am Haus Walstedde einen ganz besonderen Gast eingeladen hatte. Am Sonntag begrüßte Professor Dr. Dr. Josef Weglage Alt-Bundespräsident Joachim Gauck, der zum Thema „Toleranzrespektvoll streiten" sprach.
Von Angelika Knöpker

„Sie haben uns total gut getan." Ein nicht enden wollender Beifall unterstrich die Worte von Professor Dr. Dr. Josef Weglage. Für den Vorstand der „Akademie Gegenwart" am Gesundheitszentrum Haus Walstedde hatte er am Sonntagnachmittag Joachim Gauck zu einer Vortragsveranstaltung eingeladen. Fast eineinhalb Stunden lang sprach der prominente Theologe, Abgeordnete und frühere Bundespräsident über das Thema „Toleranz- respektvoll streiten, das wär's doch."

Toleranz, so sein Fazit, dürfe nicht als Zumutung oder Überforderung, sondern müsse als Reife begriffen werden, als beglückende Tugend und Gebot der politischen Vernunft. Das erfordere auch, sich Neuem zu stellen, Ängste zu überwinden und seine eigenen Einstellungen zu korrigieren.


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Podiumsdiskussion mit Dr. Michael de Ridder, Wolfgang Putz und dem Ehepaar Dr. Nikolaus und Anne Schneider am 14.11.2021

Das Recht auf Sterben – mit Hilfe anderer?

Mit seinem Urteil vom 26.2.2020 hat das Bundesverfassungsgericht den seit 2015 bestehenden Paragrafen 217 Strafgesetzbuch abgeschafft, der die ärztliche Beihilfe zum Suizid unter Strafe gestellt hatte. Das Gericht hat entschieden:

Jeder Mensch hat das Recht, seinem Leben ein Ende zu setzen und dabei die Hilfe anderer in Anspruch zu nehmen. Dieses Recht ist nicht auf schwere, unheilbare Krankheiten beschränkt. Freiheit und Selbstbestimmung des Einzelnen bilden das argumentative Fundament des Urteils. Verwiesen wird auf das Allgemeine Persönlichkeitsrecht des Einzelnen (Grundgesetz Art. 2, Abs. 1), das das Recht auf selbstbestimmtes Sterben einschließt.

Sterbehilfevereine begrüßen das Urteil, die Kirchen lehnen es ab. Sterbewillige sollen neue Rechte haben, Angehörige und Pflegepersonal sind verunsichert. Auch Ärzte, deren Berufsethos es ist, Leben zu bewahren, stehen vor Herausforderungen. Eine eindeutige rechtliche Klärung der Umsetzung des Gesetzes steht noch aus.

Dies ist der Hintergrund für die am 14.11.2021 stattgefundene Podiumsdiskussion im Hotel „Leib und Seele" am Gesundheitszentrum Walstedde. Im - nach Maßgabe der aktuellen Corona-Verordnung - mit 100 Teilnehmern voll besetzten Konferenzraum begann die Veranstaltung mit einer musikalischen Einstimmung am Klavier durch Simon Wiesrecker. Für die Akademie Gegenwart stellte Dagmar Spelsberg-Sühling als Organisatorin der Veranstaltung die Referenten vor:

Dr. Michael de Ridder: Internist, Sterbegleiter, Mitbegründer des Hospizvereines Vivantes in Berlin. Autor mehrerer Bücher zur Sterbekultur, u.a.: „Abschied vom Leben – Von der Patientenverfügung zur Palliativmedizin" (2017); „Wer sterben will, muss sterben dürfen" (2021).

Wolfgang Putz, Rechtsanwalt, Lehrbeauftragter für Medizinrecht und Medizinethik an der LMU München, Sachverständiger von Ethikkommissionen, (so z.B. der Enquete-Kommission des Deutschen Bundestages). Autor mehrerer Publikationen zum Medizinrecht, u.a. „Patientenverfügung nach Vorgaben des BGH: Der komplizierte Wunsch zu sterben" (2018) und „Patientenrechte am Ende des Lebens" (7. Auflage 2020).

Dr. Nikolaus Schneider, ev. Theologe, Pfarrer, Präses der Ev. Kirche im Rheinland 2003–2013, Ratsvorsitzender der EKD 2010–2014, Autor zahlreicher Publikationen, u.a. mit Hermann Gröhe im Gespräch mit Evelyn Finger „Und wenn ich nicht mehr leben möchte? Sterbehilfe in Deutschland" (2015)

Anne Schneider, Ehefrau von Dr. Nikolaus Schneider. Aus ihren kontrastreichen Diskussionen mit ihrem Mann zur Inanspruchnahme von Sterbehilfe entstand das Buch „Vom Leben zum Sterben. Ein Ehepaar diskutiert über Sterbehilfe, Tod und Ewigkeit" (2019).


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Kabarett am 17.10.2021

Zwei für den Preis von beiden. Der Rest ist für Sie.

Walstedde. „Aus dem tiefen Tal der kulturellen Finsternis" führte Professor Dr. Josef Weglage am Sonntagnachmittag die Besucher im vollbesetzten Saal des Hotels „Leib & Seele" am Gesundheitszentrums. Im Namen der „Akademie Gegenwart" begrüßte er gemeinsam mit Rudi Marhold Kai Magnus Sting und Fritz Eckenga zu einer Literaturlesung der besonderen Art. Die beiden Poeten aus dem Ruhrpott begeisterten das Publikum mit einer bunten Mischung aus Satire und Comedy. Jeder war eine Klasse für sich -Eckenga als Poet, Sting als Wortakrobat-gemeinsam war das Duo unschlagbar. „Wir spielen hier nicht für Gage, sondern für Nordsturm", zeigte es gleich zu Beginn seine Begeisterung für das hochprozentige Getränk aus der Region.


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Vortrag am 13.02.2020

Pierre Stutz: »Liebe«

Mehr als 70 Interessierte fanden sich am Vorabend des Valentinstags in der Kaminhalle von Haus Walstedde zu einem Vortrag über die Liebe ein. Hierfür hatte die Akademie Gegenwart e.V. den bekannten Schweizer Theologen und spirituellen Autor Pierre Stutz gewonnen.

Auf authentische, tiefgründige und auch humorvolle Weise und immer wieder ausgehend von eigenen Lebenserfahrungen, hielt er ein leidenschaftliches Plädoyer für die Liebe in ihrem Dreiklang: die Liebe zu sich selbst, die Liebe zum Anderen - auch als erotische Liebe - und die Liebe zum göttlichen Du. Gerade auf dem Hintergrund von Lust- und Körperfeindlichkeit im Christentum warb Pierre Stutz für eine Versöhnung von Spiritualität und Sexualität.

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Eröffnungsveranstaltung der Akademie Gegenwart am 10. November 2019

Vortrag von Prof. Dr. Dr. H. Walach: »Spiritualität – die vergessene Dimension«

»Dass wir heute hier sind, um die Akademie Gegenwart zu eröffnen, beruht auf einer vordergründig verrückten Idee von vordergründig verrückten Menschen.« Augenzwinkernd, übermütig-demütig, begrüßte Prof. Josef Weglage die ca. 80 Gäste, die zum Auftakt der Akademie in der dicht gefüllten Kaminhalle des Fachwerkhauses zusammengekommen waren.

So überraschend es zunächst erscheint, dass in einem Gesundheitszentrum ein Forum geschaffen wird, das sich mit Gegenwartsfragen beschäftigt, speziell auch mit existenziellen, mit spirituellen Fragen, so klar erhellte sich die Weitsicht dieses Vorhabens durch den Vortrag von Prof. Harald Walach, der im Mittelpunkt des Abends stand: »Spiritualität – die vergessene Dimension«. Wissenschaftlich belegt, verdeutlichte der Referent, inwiefern eine spirituelle Verankerung des Menschen seiner Gesundheit förderlich sei. Und er ging noch einen Schritt weiter: Seine Ausführungen gipfelten in der Aussage, dass das Fehlen einer spirituellen Praxis sogar einen Risikofaktor für psychische Erkrankungen darstelle. ...


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